Geschichte

Geschichte

Eine lange Tradition der Kooperation

Über viele Jahre hinweg arbeiteten die unterschiedlichen Parteien der nicht sozialdemokratischen Linken innerhalb des Europäischen Parlaments in einer Fraktion zusammen. 1989 beschlossen jedoch vier Parteien – die italienische Kommunistische Partei, die spanische Vereinigte Linke, die dänische Sozialistische Volkspartei und Synaspismos aus Griechenland – eine gemeinsame Fraktion, die Vereinigte Europäische Linke (GUE) zu gründen.

 

Als die inzwischen in PDS umbenannte KP Italiens beschloss, sich 1991 der Sozialistischen Internationalen anzuschließen, trat sie auch der Sozialdemokratischen Fraktion im Europäischen Parlament bei. Die nicht sozialdemokratische Linke begann daraufhin, ihre Kräfte zu bündeln. Das auf diese Weise entstandene und um zusätzliche Parteien erweiterte Bündnis gründete 1994, zu Beginn der vierten europäischen Wahlperiode, die Konföderale Fraktion der Vereinigten Europäischen Linken (GUE). Zu ihren Mitgliedern zählten die spanische Vereinigte Linke, die Kommunistische Partei Frankreichs, die italienische Partei der Kommunistischen Wiedergründung, die Kommunistische Partei Portugals, die Kommunistische Partei Griechenlands und Synaspismos aus Griechenland.

Nach der Erweiterung der EU um die nördlichen Länder und Österreich im Januar 1995 traten die schwedische Linkspartei (VP), das finnische Linksbündnis (Vas) sowie die Sozialistische Volkspartei Dänemarks der Fraktion bei und gründeten damit die Gruppe der Nordischen Grünen Linken (NGL).

Das Parteienbündnis wurde in Konföderale Fraktion der Vereinigten Europäischen Linken/Nordische Grüne Linke mit der Abkürzung GUE/NGL umbenannt. 1998 traten von der sozialdemokratischen PSE-Fraktion Ken Coates – ein angesehener, aus der britischen Labour Party ausgeschlossener Europaabgeordneter – sowie, von den Grünen, der ehemalige Umweltkommissar Carlo Ripa Di Meana zur GUE/NGL über, wodurch sich die Zahl der GUE/NGL-Abgeordneten im Europäischen Parlament auf 34 Mitglieder aus acht Ländern erhöhte.

Bei den 1999 abgehaltenen Wahlen zum Europäischen Parlament konnten alle ursprünglich vertretenen Parteien ihren Wiedereinzug in das Parlament sichern. Der Fraktion traten außerdem die dänische Sozialistische Volkspartei (SF) und die deutsche Partei des Demokratischen Sozialismus (PDS) bei, die zuvor den Status assoziierter Parteien innehatten. Schließlich begrüßte die Fraktion eine dritte Partei aus Griechenland, DIKKI, als vollständiges Mitglied sowie fünf über die LO/LCR-Liste gewählte Abgeordnete aus Frankreich als assoziierte Mitglieder.

Zu den Parteien, die derzeit nicht im Europäischen Parlament vertreten sind, mit der GUE/NGL jedoch Abmachungen über eine enge Zusammenarbeit getroffen hat, gehören die Sozialistische Linkspartei (SV) Norwegens und déi Lénk aus Luxemburg.

2001 traten zwei Mitglieder des Europäischen Parlaments – Ilka Schröder (DE) von der Fraktion der Grünen und Freddy Blak (DK) von der PSE-Fraktion – der GUE/NGL bei.

Ein Jahr später, 2002, schlossen sich sechs weitere Abgeordnete der GUE/NGL an: Ole Krarup und Jens Okking (DK) von der Fraktion "Europa der Demokratien und der Unterschiede" sowie Gérard Caudron, Michel Dary, Sami Nair und Michel-Angel Scarbonchi (FR) von der PSE-Fraktion. Dadurch stieg die Zahl der gewählten Mitglieder im EP auf 49, mit Abgeordneten aus zehn Ländern – die bisher höchste Vertretung der GUE/NGL, die damit zur viertgrößten Fraktion heranwuchs.

2003 traten im Zuge des Beitrittsprozesses zehn neuer Mitgliedstaaten Beobachter aus Zypern (2), der Tschechischen Republik (3), Lettland (1) und der Slovakei (1) bei.
 
Bei den Wahlen zum Europäischen Parlament im Juni 2004 erzielten die Mitgliedsparteien der GUE/NGL ein solides Ergebnis. 39 Abgeordnete zogen erneut ins Parlament ein, zwei neue Abgeordnete stießen hinzu.